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MK-Kliniken AG - Pflegeheime, Betreutes Wohnen, Altenpflege

Pressemitteilungen

31.03.2011

Marseille-Kliniken: Angehörige können via Internet die Versorgung kontrollieren


"Mutti, wie wirst Du gepflegt?" Antwort auf diese Frage können sich seit kurzem Angehörige ihrer in Pflegeeinrichtungen lebenden Eltern direkt im Netz holen  – rund um die Uhr. Mit ihrer kostenlosen Online-Pflegeakte "meingesundheitsbuch.de" sorgt die bundesweit tätige Marseille-Kliniken AG, deren Schwerpunkt in der stationären Altenpflege liegt, für mehr Transparenz und Kontrolle. Zwei von derzeit mehreren hundert Nutzern dieses in Deutschland einmaligen Portals sind Klaus Graef aus Driftsethe bei Bremen und Bärbel Kleybrink aus Kyritz, die sich auch via Internet versichern wollen, wie es ihren Müttern geht.

Sie ist blasser als gestern. Fältchen graben eine tiefere Bahn durch ihr Gesicht. Sie ist einseitig gelähmt, sie hatte einmal einen Schlaganfall. Jetzt hält ihr Husten an. Eine schwere Bronchitis. Margitta Schulz ist 82 und kränkelt. Ihre graublauen Augen blicken entlang weißgestärkter Kissen zur Tür. Vor Stunden schon ist sie gegangen, doch morgen wird Bärbel wiederkommen, bei ihr sitzen, hier, an Margittas Bett, an einem der 114 Betten mit weißgestärkter Wäsche im Senioren-Wohnpark Kyritz. In diesem Moment, als die Nacht einbricht, ist Bärbel Kleybrink (58), Margittas Tochter, daheim. Vier Kilometer und doch nur wenige Mausklicks entfernt. Bärbel hat ihren Computer hochgefahren und sich ins Leben ihrer Mutter eingeloggt. meingesundheitsbuch.de. Margittas Gesundheitsbuch.
Bärbel Kleybrink überfliegt den detaillierten Eintrag, Margittas Tag und ihre anbrechende Nacht. Sie liest bis zur letzten Zeile ihrer 24 Stunden: An diesem Abend, nach dem "Auf Wiedersehen", hat ihre Mutter ein anderes Medikament zur Linderung der Schmerzen erhalten.

330 Kilometer weiter, im Westen der Republik. In der 700-Seelen-Gemeinde Driftsethe, auf dem platten Land Niedersachsens zwischen Bremen und Bremerhaven. Es ist Winter. Klaus Graef (59) will wissen, wie es seiner Mutter geht, Gerda mit ihren 88 Jahren, die im Astor Park Langen unter 137 Bewohnern ihr kleines Reich hat. An diesem Tag klagt sie über Schmerzen im Bein. In ihrem linken Kniegelenk, an dem sie vor gut fünf Jahren operiert worden war und dann vom gefährlichen Keim MRSA befallen wurde. Die Prothese musste raus. Zwei Wochen Intensivstation.
An diesem Wintertag telefoniert sie mit ihrem Sohn über diese Schmerzen. Stunden später, am Abend in Driftsethe, fährt Klaus Graef nochmals seinen Computer hoch. meingesundheitsbuch.de. Gerdas Gesundheitsbuch.

Die Einrichtungen in Kyritz und Langen haben das Wohlbefinden ihrer Bewohner im Griff. Und alle Daten griffbereit. Die Wohnparks gehören zu den bundesweit 61 Senioren-Einrichtungen der börsennotierten Marseille-Kliniken AG mit Verwaltungssitz Hamburg, die mit ihrer elektronischen Pflegeakte einen bislang einmaligen Service bietet, um die Versorgungsleistungen offen zu legen. Konzernchef Ulrich Marseille (55) zum Lösungsansatz: "Eine höhere Transparenz in der Pflegequalität."
 
Im Einzelnen: Im Online-Portal  www.meingesundheitsbuch.de  können Angehörige täglich aktualisierte Informationen über den Gesundheitszustand, über Pflege und Freizeit ihrer in den Marseille-Heimen lebenden Verwandten einsehen – von jedem Ort, zu jeder Zeit. Kostenlos. Unabhängig von Gesprächen in den 58 Heimen und drei Anlagen für Betreutes Wohnen mit insgesamt knapp 8100 Betten in 13 Bundesländern gilt: Angehörige oder Betreuer können so stets auf aktuellem Stand sein. Auch im Urlaub. "Mein Mann und ich nehmen die Technik mit", sagt Bärbel Kleybrink.

Wer sich mit Benutzernamen und persönlichem Kennwort auf der Internetseite anmeldet, erhält Informationen aus acht Rubriken: Person, Pflegeplanung, Bedarfsleistung, Vitaldaten, Medikamente, Arztbesuche, Diagnosen und Pflegeberichte. Dem zuvor gehen Angaben zu Temperatur, Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Pulsfrequenz, zudem erhält der Angehörige Einblick in verabreichte Präparate und veränderte Dosierungen. Wann wurde der Bewohner gebadet? Erhielt er eine Dekubitus-Prophylaxe zur Vorbeugung eines Druckgeschwürs? Auch darüber gibt das innovative Online-Portal Auskunft, das kurz nach seiner Einführung schon mehrere hundert Angehörige nutzen. Über dieses Mammutprojekt wurden Angehörige per Post und Flyer informiert, eigens geschulte Regionalleiter hatten zu Info-Abenden eingeladen.

Zweimal pro Woche besucht Bärbel Kleybrink Mutter Margitta. Ein gemeinsamer Rhythmus seit September 2009, als Margitta in den Senioren-Wohnpark Kyritz zog. Zusätzlich nutzt ihre Tochter nun den digitalen Service. "Das Gesundheitsbuch ergänzt Gespräche mit den Schwestern", sagt Kleybrink. "Ich lese, dass ihr Bett frisch bezogen ist, dass ihr geholfen wurde beim Waschen. Ich erfahre, ob sie gut gegessen und getrunken hat." Bärbel Kleybrink, die bei der Stadtverwaltung Kyritz arbeitet, begrüßt den Online-Service: "Er ist schnell und direkt."

Bei sämtlichen Informationen handelt es sich um Originaldaten aus Pflegeplanung und Pflegedokumentation, die von Pflegekräften täglich erfasst und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgelegt werden müssen. Heißt: Was der MDK bei einer Regelprüfung sieht, bekommt nun der Angehörige zu Gesicht – ungefiltert, eins zu eins. Damit ermöglicht die Marseille-Kliniken AG einen ausführlichen Einblick in den Pflegeprozess.

Auf diesem Weg will der Konzern dem Wunsch von Angehörigen nach verstärkter Integration nachkommen. "Sie verlangen eine lückenlose Kontrolle von Pflegedienstleistungen", sagt Marseille zum persönlichen Antrieb. "Auch wenn unser Pflegepersonal für Informationen zur Verfügung steht: Nicht immer ist ein ausführliches Gespräch möglich, da die Zeit begrenzt ist." Und: "Wir denken vor allem an Angehörige, die nicht in der Nähe ihrer Lieben wohnen, vielleicht sogar im Ausland. Nützlich ist der Service auch bei schlechtem Wetter, das Besuche oft verhindert. Mit dem Gesundheitsbuch können wir unseren Angehörigen ein sicheres Gefühl geben." Auf Wunsch teilen die Marseille-Pflegekräfte wichtige Neuigkeiten per SMS aufs Mobiltelefon mit – und bitten, in dringenden Fällen, um Rückruf.

Für diesen Komfort unterzeichnet der Bewohner ein dreiseitiges Schreiben: "Einverständniserklärung und Entbindung von ärztlicher Schweigepflicht." Sollte er nicht mehr geschäftsfähig sein, kann ein gesetzlicher Vormund die Teilnahme bewilligen – die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.
 
Wie sicher ist dieser Service? Bei der Entwicklung des Portals, die von Planung bis Online-Schaltung ein knappes Jahr in Anspruch nahm, wurde großes Augenmerk auf Sicherheit im Umgang mit sensiblen Daten gelegt, für die der Konzern auch beim Landesdatenschutzbeauftragten Rat einholte. "Die Daten werden ausschließlich intern verwendet, an niemanden weitergereicht oder verkauft. Sie werden nur verschlüsselt verarbeitet, übertragen und gespeichert", versichert Marseille. "Die Zugangsdaten sind von hoher Qualität, was die Passwortstärke betrifft. Sie werden ausschließlich postalisch übermittelt."

Konkret: Das Marseille-Team überträgt alle Daten aus der Pflegeplanungs- und Dokumentationssoftware SENATOR ins Internetportal. Durch diese konzernweite Software seien Manipulationen "weitestgehend ausgeschlossen", so Vorstandschef Marseille. "Alle Vorgänge werden protokolliert. Es ist nicht möglich, Einträge zu löschen." Der Zugriff auf die Plattform erfolgt über ein individuelles Passwort und per SSL, einem speziellen Verschlüsselungsprotokoll. "Zusätzlich werden Daten und Bilder der Bewohner mit einem hochmodernen Verschlüsselungs-Algorithmus kodiert, der einen größtmöglichen Schutz vor Datenmissbrauch bietet."

Gerda Graef lächelt ihrem Sohn entgegen, nachdem der sein Passwort eingetippt hat. "Die Einrichtung hat ein hübsches Foto geschossen", sagt Klaus Graef. Über seine Schwester, die regelmäßig aus dem Rheinland anreist, hat er vom Gesundheitsbuch erfahren. "Auch die Einrichtung kam auf mich zu, ich unterschrieb und erhielt eigene Zugangsdaten." Zwar sei er zweimal pro Woche zu Besuch, sagt Graef, der im öffentlichen Dienst tätig ist. "Doch ist es sehr interessant, auch von außen einen Einblick zu bekommen." Seine Mutter hat Diabetes und, wie Graef sagt, ein wackelsteifes Bein. "Sie kann sich kaum selbst helfen." Der Sohn ist bei ihr. An ihrem Bett. "Dann lösen wir Kreuzworträtsel." Vor seinem Computer. Dann lösen sich alle Fragen. Ob Gerdas Blutzuckerwert der 200 nahe kommt. "Im Gesundheitsbuch lese ich Tatsachen." Täglich. Minutengenau.

Als bundesweit erste digitale Pflege-Akte ist meingesundheitsbuch.de zunächst in zehn Marseille-Einrichtungen gestartet, bevor die 48 weiteren Pflegeheime folgen. "Die Marseille-Kliniken lassen sich täglich an ihrer Leistung in den Häusern messen", urteilt Professorin Dr. Adelheid Kuhlmey, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie an der Berliner Charité. "Denn durch eine regelmäßige Nutzung des Portals üben die Angehörigen eine zusätzliche permanente Kontrollfunktion aus." In Kürze soll das Online-Angebot erweitert werden: Neben individuellen Fotoalben mit Bildern etwa von Feiern und Ausflügen, die sich Angehörige herunterladen können, ist ein Kontaktformular geplant. Es soll Nutzern ermöglichen, mit der jeweiligen Einrichtung zu kommunizieren, Antworten auf Detail-Fragen zu erhalten.

Bärbel Kleybrink hat ihrer Mutter vom Gesundheitsbuch erzählt. Margitta weiß, dass ihr Wohlbefinden im weltweiten Netz einen diskreten Platz hat. "Was steht da über mich drin?" hat sie ihre Tochter mal gefragt. Bärbel lächelte zurück: "Was Du mir nicht sagst."

In Kürze will Bärbel Kleybrink erneut bei Margitta vorbeischauen. "Dann wird in der Akte stehen, dass meine Mutter mit mir in die Cafeteria ging, um ein Stück Kuchen zu essen."

Hildegard Filz
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