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MK-Kliniken AG - Pflegeheime, Betreutes Wohnen, Altenpflege

Pressemitteilungen

24.04.2008

Deutscher Pflegenotstand – Emnid-Studie zur Situation der Betroffenen


fordern "TÜV für die Pflege"

  • Deutsche sind schlecht über Pflegereform informiert
  • Betroffene verlangen jährliche Überprüfung der Pflegeheime
  • Mangelndes Pflegepersonal ist Hauptgrund für schlechte Pflege

Berlin, 24. April 2008 –  Deutschland braucht den "TÜV für die Pflege" und das "gläserne Pflegeheim". Zu diesem Ergebnis kommt die neue TNS Emnid-Studie "Die Pflegesituation in Deutschland - die Sicht der Betroffenen" im Auftrag der Marseille-Kliniken AG. Im Rahmen der Un-tersuchung wurden 1.100 Bürger mit einem Pflegefall im Verwandtenkreis zu den Themen Pflegereform, Qualität und Finanzierung des Pflegesystems befragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bürger unzureichend über die aktuell verabschiedete Pflegereform informiert sind. Selbst die Befragten mit Pflegefällen im direkten Verwandtenkreis kennen die Reformvorhaben nicht genau. Ins-gesamt vermuten 59 Prozent, dass das neue Gesetz bezahlte Pflegeurlaube für Angehörige vorsieht, 57 Prozent nehmen an, dass es bereits eine Zertifi-zierung für Pflegeheime gibt – Inhalte, die nicht Teil der Reform sind. 55 Pro-zent glauben sogar, dass das Finanzierungsproblem der Pflegeversicherung mit der geringen Erhöhung des Beitragssatzes langfristig gelöst ist.

Orientierungslosigkeit bei Pflegekosten
Jeder vierte bis fünfte Befragte hat keinerlei Vorstellung von den Kosten, die auf ihn im Falle einer Pflegebedürftigkeit zukommen. Das eigene finanzielle Risiko wird unter- beziehungsweise überschätzt. Einerseits glauben zwölf Prozent, dass der Eigenbeitrag bei ambulanter Versorgung weniger als 500 Euro beträgt, andererseits gehen zwölf Prozent davon aus, dass er bei mindestens 2.000 Euro liegt. Es wird deutlich, dass die Kosten transparenter werden müssen. Damit die Deutschen ihr finanzielles Risiko besser einschätzen können, sollten die Pflegekosten und die Preis-Leistungsgestaltung der Heimbetreiber zum Vergleich offengelegt werden.

Zertifizierung aller Pflegeeinrichtungen
Die Schlagzeilen über Missstände in deutschen Pflegeheimen verunsichern die Menschen. 43 Prozent sehen in den mangelnden Überprüfungen der Einrichtungen die Hauptursache dafür. 87 Prozent der Befragten wünschen sich deshalb wenigstens alle zwei Jahre Prüfungen vom Staat und den Krankenkassen. Der aktuelle fünfjährige Prüfrhythmus wird als völlig unzureichend eingeschätzt.

 

Bei der Auswahl der Pflegeeinrichtung verlassen sich die Bürger in erster Linie auf ihren persönlichen Eindruck bei einem Besuch (97 Prozent). Um sich besser informieren zu können, fordern 84 Prozent Prüfsiegel und Prüfungen durch unabhängige Institutionen und Krankenkassen. Qualitätsberichte der Pflegeheimbetreiber zur Ergänzung der externen Zertifizierungen bewerten 64 Prozent der Befragten als sinnvoll. Aus Sicht der Befragten fehlt generell ein einheitliches Prüfverfahren.

Fehlendes Pflegepersonal als Ursache für Missstände
In punkto Pflegemissstände sind 78 Prozent der Befragten der Meinung, dass die personelle Unterbesetzung der Hauptgrund dafür ist. Die Unterfinanzierung des Pflegesystems halten 57 Prozent für das zentrale Problem. Nahezu alle Befragten (99 Prozent) nannten als wichtigste Qualitätskriterien gut ausgebildete Pflegekräfte, eine ganzheitliche Betreuung sowie eine gute medizinische Versorgung. Besonders das Pflegepersonal spielt dabei eine Schlüsselrolle. Neben einer guten Ausbildung legen die Angehörigen großen Wert auf Anteilnahme und eine menschlich-würdevolle und respektvolle Betreuung der Pflegebedürftigen. Eine bessere und regelmäßige Aus- und Weiterbildung des Personals ist für 36 Prozent der Befragten der wichtigste Ansatz für eine Verbesserung der Pflegequalität. Jeder Vierte hält eine höhere und leistungsbezogene Bezahlung für zielführend.

Strengere Prüfungen für bessere Qualität
Zur Verbesserung der Pflege erachten es 90 Prozent der Angehörigen als notwendig, die Einrichtungen häufiger zur überprüfen, 89 Prozent fordern weniger Bürokratie im Pflegesystem, und 52 Prozent halten einen stärkeren Wettbewerb unter den Betreibern für sinnvoll. 85 Prozent verlangen strengere Kriterien bei den Qualitätsprüfungen. Die Forderung nach einem Mindestlohn für Pflegekräfte findet bei 83 Prozent Zustimmung. Den Einsatz von ost-europäischen Pflegekräften zu Dumpinglöhnen lehnt die Mehrheit (62 Prozent) jedoch ab, auch wenn dadurch die Pflegekosten gesenkt werden könnten.

Weitere Informationen:

Marseille-Kliniken AG
Unternehmenskommunikation
Meike Hohenbrink
Sportallee 1
22335 Hamburg
Tel. 040 / 51459-0
E-mail: presse@marseille-kliniken.com

Der Ergebnisband hier zum Download bereit:

Emnid-Studie 2008 (PDF, 926 KB)
Pressemappe gesamt (PDF, 1,2 MB)

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hat bereits zum vierten Mal im Auftrag der Marseille-Kliniken AG eine Studie zum Thema "Alter und Pflege" durchgeführt.


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