Service Hotline 0800 / 47 47 200 (kostenlos)
Schriftgröße Schrift kleiner Schrift größer Blindpixel Kontakt
MK-Kliniken AG - Pflegeheime, Betreutes Wohnen, Altenpflege

Pressemitteilungen

17.09.2015

Ulrich Marseille: „RTL reagiert kleinkariert und beleidigt!“


Der Sender bleibt angekündigte Beweise schuldig und macht stattdessen viel Lärm um nichts.

Hamburg, 17.09.2015 - In der Sache „RTL Television GmbH und RTL interactive GmbH ./. Marseille-Kliniken AG“ mahnt RTL nun die Marseille-Kliniken AG und ihren Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Marseille mit zwei fast identischen Anwaltsschreiben ab und verlangt Unterlassungserklärungen. Ulrich Marseille hatte zuvor in einer Pressemitteilung aus seiner Meinung zu der online nicht mehr abrufbaren RTL-Großküchen-Reportage keinen Hehl gemacht und grobe Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht angeprangert.

Diese Meinungsäußerung von Ulrich Marseille traf bei RTL offenbar einen sensiblen Nerv. Anstatt nun den Beweis dafür anzutreten, dass es keine Pflichtverstöße gegeben habe, ließ der Sender seinen Anwalt aber nur rhetorische Pirouetten drehen: In seiner ersten sog. Abmahnung beklagte er, es sei durch die Äußerung Ulrich Marseilles ein unrichtiger Eindruck von der richterlichen Begründung einer einstweiligen Verfügung erweckt worden, die die Marseille-Kliniken AG zuvor gegen RTL erwirkt hatte.

Zur Erinnerung: Das Landgericht Hamburg hatte mit Beschluss vom 22.07.2015 (AZ 324 O 309/15) unserem Antrag auf einstweilige Verfügung gegen RTL stattgegeben [siehe Pressemeldung vom 31.07.2015]. Das ist auch der Grund, warum der umstrittene Bericht nicht mehr abrufbar ist. RTL wies schon Ende Juli darauf hin, dass dieses Verbot ohne Anhörung der Gegenseite ergangen war, und bellte, man könne die Vorwürfe eindeutig beweisen und werde dies im Rahmen des laufenden Gerichtsverfahrens auch darlegen. Darauf wartet die Marseille-Kliniken AG allerdings bis heute.

Dafür beanstandet der Sender nun einzelne Äußerungen aus unseren Pressemitteilungen zu den Mängeln des Wallraff-Berichts. Aber auch darin fand man auf der Suche nach abmahnfähigen Inhalten im ersten Anlauf nur einen – nie beabsichtigten – angeblichen Eindruck.

Ulrich Marseille nahm diese Spiegelfechterei mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. "Auf mich wirkt das so, wie wenn man ein Kind beim Lügen erwischt hat. Wallraffs Sender RTL reagiert kleinkariert und beleidigt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Marseille-Kliniken AG. „Interessant fand ich an dem Anwaltsschreiben auch, dass sich der Sender nicht gegen meine Manipulations- und Fälschungsvorwürfe wehrt. Ich sehe meine Vorwürfe dadurch bestätigt.“

Weder Ulrich Marseille noch die Marseille-Kliniken AG unterzeichneten die von RTL geforderte Unterlassungserklärung. Daraufhin ließ RTL unter dem 01. September 2015 wegen des Hinweises Ulrich Marseilles auf grobe Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten einfach ein zweites Mal abmahnen. Diesmal war allerdings nicht mehr von einem angeblich unrichtigen Eindruck die Rede. Stattdessen hieß es nun, die RTL so störende Äußerung sei eine „offen (zumindest) mehrdeutige Äußerung“ – ein Kompliment, das wir hier an den Verfasser besagter Abmahnung nur zurückgeben können.

Das LG Hamburg konnte der RTL-Doppelabmahnungslogik folgen und verbot die beanstandete Äußerung mit einstweiliger Verfügung vom 08.09.2015. Irgendwelche Feststellungen zu Bestehen oder Nichtbestehen der von Ulrich Marseille kritisierten Sorgfaltspflichtverletzungen des „Team Wallraff“ enthält aber auch dieser Beschluss nicht. Über diese zentrale Frage macht RTL mit seiner Abmahnungsdublette einen weiten Bogen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wie diese Posse um den Eindruck, der zur offen (zumindest) mehrdeutigen Äußerung wurde, obwohl er eigentlich nur eine Meinungsäußerung ist, weitergeht, werden wir berichten. Wir werden uns durch solche Kinkerlitzchen aber nicht vom eigentlichen Thema ablenken lassen von den Falschbehauptungen in der RTL-Reportage und von dem unlauteren Gebaren des „Team Wallraff“, das dazu führte.

Das mit den eigenen Verhaltensregeln ihres Senders unvereinbare Vorgehen dieser Redaktion wird inzwischen auch von anderen kritisiert. Ein ebenfalls von einer Spitzel-Reporterin aus dem Team Wallraff heimgesuchtes Catering Unternehmen etwa sprach nach der Großküchen-Reportage von manipulativen Bildschnitten. Gibt es ein ungutes Verhaltensmuster im Investigativ-Journalismus à la RTL? Wie viel Verantwortung dafür trägt Günter Wallraff, und welcher Anteil ist dem Sender zuzuschreiben, der mit ergebnisoffenem investigativem Qualitätsjournalismus überfordert zu sein scheint?

Die Auseinandersetzung über diese Themen hätte in dem einstweiligen Verfügungsverfahren über die missratene Großküchen-Reportage zumindest begonnen werden können. Anstatt Phantom-Eindrücke auf Nebenkriegsschauplätzen zu bekämpfen, hätte RTL Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung vom 22.07.2015 [siehe Pressemeldung vom 31.07.2015] einlegen können. Dann hätte es längst eine mündliche Verhandlung darüber gegeben und vielleicht auch schon ein begründetes Urteil. Doch dieses Rechtsmittel hat der Sender bis heute gescheut. Er hat uns lediglich eine Frist zur Erhebung einer sog. Hauptsachklage setzen lassen. Die ist längst eingereicht. Ihr Klagantrag geht sogar weit über das im Eilverfahren erwirkte Verbot hinaus. Inzwischen haben sich nämlich noch weitere Pflicht- und Rechtsverletzungen der „Team Wallraff“-Redaktion ergeben. Über all das lohnt es sich zu streiten. Deshalb, RTL, keine Fisimatenten mehr, sondern: Beweise auf den Tisch, in aller Öffentlichkeit!
Pressekontakt
Unternehmenskommunikation
MK-Kliniken AG
Sportallee 1
22335 Hamburg

Telefon: 040 - 514 59 - 0
Telefax: 040 - 514 59 - 756
presse@mk-kliniken.com
 
Logo