Service Hotline 0800 / 47 47 200 (kostenlos)
Schriftgröße Schrift kleiner Schrift größer Blindpixel Kontakt
MK-Kliniken AG - Pflegeheime, Betreutes Wohnen, Altenpflege

In den Medien

10.05.2011

Bewaffnung auf Null reduzieren

Von welchen Delikten sind ältere Menschen besonders betroffen?

Latusek: Hier sind es vor allem Betrügereien, Geschäfte an Haustür und Telefon, Taschendiebstahl, Raub, Reisegewinne und Kaffeefahrten.

Können sich Senioren im Kreis Paderborn noch sicher fühlen?

Latusek: Ja. Das zeigt ein Blick auf die Statistik 2009, die unter anderem die Generation ab 60 erfasst. Insgesamt gilt: Senioren werden wesentlich seltener Opfer von Straftaten. Bei 2668 Rohheitsdelikten im Kreis Paderborn mit seinen 300.000 Einwohnern waren 110 Bürger über 60 Jahre betroffen. Hier sind alle Straftaten erfasst, die mit Gewalt zu tun haben. Bei Raubdelikten ist der Anteil wesentlich geringer. Hier waren es 15 Senioren – bei insgesamt 158 Delikten dieser Art. Das betrifft den Tankstellenraub bis zum Diebstahl im Supermarkt.

Auch wenn Senioren in der Paderborner Statistik nicht überrepräsentiert sind: Ihre Angst wiegt schwer.

Latusek: Sie haben vor allem Angst vor gefährlicher und schwerer Körperverletzung im öffentlichen Bereich, also auf Straßen, Wegen und Plätzen – auch wenn in 284 Fällen im Jahr 2009 nur drei Senioren betroffen waren. Gerade ältere Menschen haben Ängste, auch deshalb, weil sie mehr Lebenserfahrung haben. Wir möchten ihnen die Angst nehmen.

Wie wollen Sie das schaffen?

Latusek: Wichtig ist, ein gesundes Selbstbewusstsein zu zeigen. Und auf Sicherheit zu achten. Das fängt mit einfachen Vorschlägen an: die Handtasche nicht im Supermarkt-Einkaufswagen liegen lassen. Und das Portemonnaie in die Jacken-Innentasche stecken, nicht in die Gesäßtasche. Es kommt darauf an, zu wissen, wie ein Trick funktioniert, wie Betrüger arbeiten. Betrüger sind intelligente Täter.

Manche von ihnen geben sich als Verwandte aus. Nach dieser Masche ist der „Enkeltrick“ benannt. Wie arbeiten diese Betrüger, wie funktioniert dieser Trick?

Latusek: Er wird psychologisch aufgebaut. Typisch ist: Ein Mann ruft an, sagt: „Rate mal, wer hier spricht. Erkennst Du mich nicht?“ Der Angerufene fragt zum Beispiel: „Bist Du es, Klaus?“ Nun weiß der Betrüger, dass es einen Klaus in der Familie gibt. In diesem Fall muss er also kein Verwandtschaftsverhältnis erfinden und vorgaukeln. Er schildert eine angebliche Notlage, bittet um Bargeld, sagt in der Regel, dass er einen Boten schicken würden, um es abzuholen.

Was kann der Angerufene mit diesem Wissen anfangen?

Latusek: Grundsätzlich gilt: misstrauisch sein. Er sollte, falls der Betrüger sich zum Beispiel als weitläufiger Verwandter ausgibt, im Familienkreis nachhorchen. Unbedingt nach dem Namen des Anrufers fragen, auch nach einer Telefonnummer, um ihn so in die Enge zu treiben.

Zuweilen rufen Fremde an, die gerade ältere Menschen zur Teilnahme an Gewinnspielen überreden wollen.

Latusek: Das ist die Gewinnspiel-Mafia. In solchen Fällen niemals die Kontodaten durchgeben! Sonst droht eine Lastschriftverfügung – und der Betrogene weiß nicht, wofür. Auch bei Geschäften an der Haustür drohen Abo-Fallen. Hier gilt: Immer auf Datum, Unterschrift und aufs Widerrufsrecht achten – und eine Verlagsdurchschrift fordern.

Wie können sich Senioren schützen, damit es in der Öffentlichkeit nicht zu Überfällen kommt? Sport? Pfefferspray?

Latusek: Ganz wichtig: Bewaffnung auf Null reduzieren. Die Gefahr nämlich ist, dass eine Waffe unbewusst gegen sich selbst eingesetzt wird. Bei einem Pfefferspray stehe ich nachher, bei ungünstiger Windrichtung, selbst im Nebel. Außerdem muss ich mich zu sehr auf eine Waffe konzentrieren, das Spray zum Beispiel in den Tiefen einer Handtasche suchen. Dabei geht Zeit verloren, in der ich besser den Rückzug antreten könnte. Eine Ausnahme gibt es: Ein so genannter Schrillalarm – eine kleine, batteriebetriebene Tröte, die es in Baumärkten gibt. Nochmals: Viel wichtiger ist, sich über Tat-Abläufe bewusst zu werden, sich damit zu beschäftigen.

Und wenn der Ort ist ein abgelegener Park in der Dunkelheit ist?

Latusek: Sich zum Beispiel mit einer solchen Szene auseinander zu setzen, hat zum Ziel, das Drehbuch des Täters zu durchkreuzen. Beispiel: Ich gehe durch den Park, höre Schritte hinter mir. Ich beschleunige mein Tempo, auch die Schritte nähern sich schneller. Möglich ist, sich abrupt umzudrehen, den Menschen hinter mir laut anzusprechen. Lautes Schreien muss man üben. In diesem Sinne geben wir Selbstbehauptungskurse in Kooperation mit dem TV 1875 Paderborn und dem Grün-Weiß Paderborn.

An welchen Ihrer Mitarbeiter kann sich der Bürger wenden?

Latusek: Jede Kreispolizeistelle in Nordrhein-Westfalen hat einen Opferschutz-Beauftragten. Zudem bietet die Kreispolizeibehörde Paderborn allen Kreisbürgern ein kostenloses Projekt zur Kriminalitätsvorbeugung. Auf Wunsch besucht ein Mitarbeiter Firmen, Geschäfte und Privatwohnungen, um sie auf nötige und wirksame Sicherheitsstandards zu untersuchen. Wie sind die Türen beschaffen, wie die Fenster? Empfehlenswert sind Türspion und Sperrbügel. Und: Unbezahlbar ist gute Nachbarschaftshilfe.
Pressekontakt
Unternehmenskommunikation
MK-Kliniken AG
Sportallee 1
22335 Hamburg

Telefon: 040 - 514 59 - 0
Telefax: 040 - 514 59 - 756
presse@mk-kliniken.com
 
Logo